Sportler & Athleten

Ein Training in der Höhe bietet sich grundsätzlich für jeden Sportler an, der seine Ausdauer verbessern möchte. Speziell in Ausdauersportarten, wie zum Beispiel Langstreckenlauf, Triathlon oder Radsport, wird das Höhentraining bereits häufig in den Trainingsplan mit integriert. Aber auch in anderen Sportarten wird Höhentraining vermehrt eingesetzt, da z.B. in Spiel- oder Kraftsportarten eine verbesserte Grundlagenausdauer ebenfalls zu größerem Erfolg verhilft. Prinzipiell bietet sich ein solches Training sowohl für den Hobbysportler an, der z.B. gerne einen Volkslauf oder Halbmarathon bestreiten möchte, als auch für den ambitionierten Athleten, der sich auf einen Ironman oder Marathon vorbereitet.

Beim Höhentraining versucht der Körper aufgrund der „dünnen Luft" das Sauerstoffdefizit durch Steigerung der Herz- und Atemtätigkeit auszugleichen. Dies hat ein gesteigertes Atemminutenvolumen zur Folge, d.h. die Lungen werden mit mehr Luft durchströmt, und das Blut zirkuliert schneller durch den Körper.
Um zusätzlich die Fließeigenschaft des Blutes und damit auch den Sauerstofftransport auf kardiovaskulärer Ebene zu unterstützen, stellen sich die Gefäße weit (Vasodilatation) und ermöglichen so eine bessere Sauerstoffversorgung des Organismus.
Für den Stoffaustausch zwischen Blutgefäß und Umgebung sind die sogenannten Kapillaren verantwortlich. Diese Kapillaren kann man sich als sehr dünne Gefäßverästelungen vorstellen. Sie haben im Vergleich zu Arterien oder Venen eine deutlich höhere Oberfläche im Verhältnis zur transportierten Blutmenge. Durch ein Höhentraining wird die Anzahl dieser winzigen Verästelungen und somit auch die Oberfläche erhöht (Kapillarisierung) und der Stoffaustausch dementsprechend gesteigert und verbessert.
Zusätzlich kommt es zu einer Vermehrung der Mitochondrien, den sogenannten „Kraftwerken der Zelle". Sie sorgen für die Energiebereitstellung in Form von ATP (Adenosintriphosphat). Innerhalb der menschlichen Zellen kommen Mitochondrien in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Besonders Zellen, die viel Energie verbrauchen, wie beispielsweise Muskelzellen, haben von Natur aus eine erhöhte Konzentration. Durch ein Training in der Höhe nimmt die Anzahl der Mitochondrien zu, was ebenfalls zur Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit beiträgt.
Bei längeren Aufenthalten in der Höhe beginnt der Organismus das Hormon Erythropoetin (EPO) auszuschütten, welches in der Folge die Produktion der sauerstofftransportierenden Zellen (Erythrozyten) ankurbelt. Durch die höhere Anzahl an Erythrozyten ist der Organismus in der Lage, mehr Sauerstoff über die Blutbahn an die belastete Muskulatur zu transportieren und diese somit besser zu versorgen.

Gekoppelt mit einem sinnvoll ausgearbeiteten Trainingsplan, ist das Höhentraining somit eine ausgezeichnete und effektive Möglichkeit, die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern.